Pokémon-Marktreport Oktober 2026
Wie hat sich der Pokémon-Markt im Oktober entwickelt? Wir haben 3.652 Einzelkarten und 727 versiegelte Produkte über den ganzen Monat gemessen. Das Bild: Der Markt gibt leicht nach, versiegelte Produkte stehen still — und 30th Celebration gibt deutlich nach, wie die früheren Jubiläen in den Monaten nach dem Release auch.
Das Ergebnis in drei Sätzen
Die mittlere Pokémon-Karte verlor im Oktober 2026 3,3 Prozent, 57 Prozent aller Karten wurden billiger. Versiegelte Produkte blieben im Mittel praktisch unverändert.
Je neuer das Set, desto stärker der Rückgang: Schwert & Schild stand still, Karmesin & Purpur gab knapp 4 Prozent nach, die Mega-Entwicklungen knapp 7 Prozent — und die Karten aus 30th Celebration verloren im Mittel 27 Prozent.
Teure Karten fielen erneut stärker als günstige: Ab 100 Euro lag der Rückgang im Mittel bei 11,5 Prozent.
Datengrundlage und ihre Grenzen: Ausgewertet wurden Cardmarket-Trend-Preise von 3.652 Pokémon-Einzelkarten und 727 versiegelten Pokémon-Produkten, die am 1. Oktober mindestens 1 € kosteten und am 31. Oktober noch einen Preis hatten. Steht dieselbe Karte mit verschiedenen Links im Tool, zählt sie nur einmal. Es ist ein Ausschnitt des Marktes — nämlich das, was Nutzer von TCGPriceTracker im Bestand oder auf der Watchlist führen —, kein vollständiger Marktüberblick.
Was genau gemessen wurde
Der Aufbau folgt dem Marktreport August, damit die Zahlen vergleichbar bleiben.
- Zeitraum: der ganze Oktober, vom 1. bis 31. Oktober 2026.
- Auswahl: Pokémon-Einzelkarten und versiegelte Pokémon-Produkte, die Nutzer in TCGPriceTracker verfolgen — also Karten und Produkte, die jemand tatsächlich besitzt oder beobachtet, kein beliebiger Datenbank-Abzug.
- Mindestpreis: nur, was am 1. Oktober mindestens 1 € kostete. Bei Cent-Beträgen erzeugt schon eine Änderung von wenigen Cent dreistellige Prozentwerte.
- Kennzahl: der Cardmarket-Preis-Trend, ein geglätteter Wert aus zurückliegenden Verkäufen. Er gilt für die Produktseite als Ganzes, also über alle Sprachen und Zustände. Wir nutzen ihn hier weiter, weil er die längste Historie hat und die Reports untereinander vergleichbar hält.
- Median statt Durchschnitt: Der Median beschreibt die mittlere Karte und lässt sich von einzelnen Ausreißern nicht verbiegen.
Drei kleine Änderungen gegenüber August: Fehlte an einem Stichtag ein Wert, zählt der letzte Wert der drei Tage davor. Und neben dem Bestand zählen jetzt auch Einträge auf der Watchlist mit. Statt eines Fensters ab Monatsmitte wird jetzt der Kalendermonat gemessen.
Einzelkarten: leicht im Minus
| Entwicklung | Karten | Anteil |
|---|---|---|
| Gestiegen | 1.566 | 43 % |
| Gefallen | 2.067 | 57 % |
| Unverändert | 19 | unter 1 % |
| Gesamt | 3.652 | 100 % |
Mehr Karten fielen als stiegen, und die mittlere Veränderung lag bei minus 3,3 Prozent. Für eine Sammlung heißt das: ein leicht sinkender Gesamtwert, aber kein Einbruch.
Die meisten Bewegungen waren klein: 1.428 der 3.652 Karten — 39 Prozent — veränderten sich um weniger als zehn Prozent. 383 Karten, gut zehn Prozent, bewegten sich um mehr als die Hälfte ihres Wertes, fast immer selten gehandelte Karten (mehr dazu unten bei den Extremwerten).
Teure Karten geben am stärksten nach
| Preisklasse am 1. Oktober | Karten | Mittlere Veränderung |
|---|---|---|
| 1 € bis 5 € | 1.709 | −2,3 % |
| 5 € bis 20 € | 1.105 | −3,2 % |
| 20 € bis 100 € | 611 | −5,2 % |
| ab 100 € | 227 | −11,5 % |
Das Muster aus dem August hat sich bestätigt und verstärkt: Je teurer die Karte, desto schwächer der Monat. Im August lag das Segment ab 100 € bei minus 6,4 Prozent, im Oktober bei minus 11,5 Prozent. Günstige Karten gaben dagegen nur leicht nach.
Eine Einschränkung: Das teuerste Segment ist mit 227 Karten am kleinsten besetzt, einzelne Karten wiegen dort schwerer.
Je neuer das Set, desto stärker der Rückgang
Teilt man die Karten nach der Ära ihres Sets auf, zeigt sich das deutlichste Muster dieses Monats:
| Ära | Karten | Mittlere Veränderung | Gefallen |
|---|---|---|---|
| Schwert & Schild | 604 | ±0,0 % | 50 % |
| Karmesin & Purpur | 948 | −3,8 % | 59 % |
| Mega-Entwicklungen (ohne 30th Celebration) | 371 | −6,9 % | 74 % |
| 30th Celebration | 79 | −26,9 % | 75 % |
| Ältere Sets, asiatische Ausgaben und Sonstiges | 1.650 | −2,3 % | 53 % |
Karten aus Schwert & Schild, der ältesten der drei Ären, standen still. Je jünger die Ära, desto deutlicher ging es abwärts — bis zu 30th Celebration, das erst Mitte September erschienen ist. Warum neue Sets nach dem Release fast immer nachgeben, erklärt Was macht eine Sammelkarte wertvoll?.
30th Celebration: der Rückgang nach dem Release
30th Celebration ist am 16. September erschienen. Die englischsprachige Produktlinie kommt in Wellen: Weitere folgten am 2. und 30. Oktober, die nächsten sind für den 6. November und 4. Dezember angekündigt. Im Oktober hat das Set deutlich nachgegeben — bei Karten wie bei Produkten.
Einzelkarten: Im Oktober verloren die Karten aus 30th Celebration im Mittel 27 Prozent. Seit dem 18. September, dem ersten Tag mit Preisen für fast alle Karten des Sets, wurden 89 von 92 verfolgten Karten billiger, im Mittel um 61 Prozent.
Versiegelte Produkte im Cardmarket-Trend, über alle Sprachen:
| Produkt | im Handel ab | 16.09. | 01.10. | 31.10. | im Oktober |
|---|---|---|---|---|---|
| Elite Trainer Box | 16.09. | 165,65 € | 135,27 € | 124,73 € | −8 % |
| Booster Bundle | 02.10. | 94,98 € | 86,85 € | 63,35 € | −27 % |
| Mini Tin (Pikachu & Vivillon) | 02.10. | 29,49 € | 31,09 € | 19,95 € | −36 % |
| Mini Tin Display | 02.10. | 322,30 € | 317,09 € | 251,46 € | −21 % |
| Espeon ex Ultra-Premium Collection | 06.11. | 518,01 € | 470,77 € | 466,45 € | −1 % |
| Umbreon ex Ultra-Premium Collection | 06.11. | 528,61 € | 550,90 € | 514,75 € | −7 % |
Von den 24 verfolgten Produkten aus 30th Celebration wurden im Oktober 23 billiger, im Mittel um 23 Prozent. Die Elite Trainer Box hat seit dem Release-Tag ein Viertel verloren. Booster Bundle und Mini Tins kamen erst am 2. Oktober in den Handel, ihr Wert vom 16. September war noch ein Vorverkaufspreis. Auffällig sind die beiden letzten Zeilen: Die Ultra-Premium-Kollektionen erscheinen erst am 6. November und haben im Oktober kaum nachgegeben.
Überraschend ist das nicht. Bei den bisherigen Jubiläen sind die Preise in den Monaten nach dem Release ebenfalls deutlich gefallen, wie Pokémon 30th Celebration: Lohnt sich das Warten? zeigt. Ob es diesmal genauso weitergeht, sagen diese Zahlen nicht.
Versiegelte Produkte: Stillstand
| Entwicklung | Produkte | Anteil |
|---|---|---|
| Gestiegen | 371 | 51 % |
| Gefallen | 315 | 43 % |
| Unverändert | 41 | 6 % |
| Gesamt | 727 | 100 % |
Während die Einzelkarten nachgaben, standen versiegelte Produkte still: Die mittlere Veränderung lag bei plus 0,2 Prozent, und 526 der 727 Produkte — 72 Prozent — bewegten sich um weniger als zehn Prozent. Das gilt in allen Preisklassen: Produkte unter 50 € lagen bei plus 0,6 Prozent, zwischen 50 und 200 € bei plus 0,8 Prozent, ab 200 € bei null.
Die einzige große Ausnahme sind die Produkte aus 30th Celebration. Ohne sie wäre das Bild bei den versiegelten Produkten noch ruhiger.
August, September, Oktober im Vergleich
| Zeitraum | Karten | Mittlere Veränderung | Gestiegen |
|---|---|---|---|
| 13.07. bis 12.08. | 2.926 | −0,7 % | 42 % |
| 01.09. bis 01.10. | 3.491 | −3,7 % | 41 % |
| 01.10. bis 31.10. | 3.652 | −3,3 % | 43 % |
Nach einem fast unveränderten Sommer haben die Einzelkarten im September und Oktober jeweils leicht nachgegeben. Im September fielen alle drei Ären — Schwert & Schild um 4,3 Prozent, Karmesin & Purpur um 2,1 Prozent, die Mega-Entwicklungen um 6,3 Prozent. Im Oktober hat sich Schwert & Schild gefangen, die jüngeren Ären gaben weiter nach. Versiegelte Produkte lagen in beiden Monaten im Mittel praktisch bei null.
Und die anderen Spiele?
Für zwei weitere Spiele ist die Datenbasis inzwischen groß genug für eine erste Einordnung:
- Magic: 922 Karten, mittlere Veränderung plus 0,4 Prozent — praktisch Stillstand, mit fast gleich vielen Gewinnern wie Verlierern. Mehr zu Magic in Magic-Karten Preise tracken.
- One Piece: 217 Karten, mittlere Veränderung minus 10 Prozent, 152 Karten fielen, 65 stiegen. Wie sich One-Piece-Karten bewerten lassen, steht in One Piece Karten Wert ermitteln.
Für Lorcana, Yu-Gi-Oh! und Riftbound ist die Zahl der verfolgten Karten noch zu klein für belastbare Aussagen.
Die Extremwerte — und warum sie täuschen
Auch im Oktober gab es Karten, die sich vervielfacht haben, und andere, die über 90 Prozent verloren. Unter den größten Gewinnern sind überwiegend ältere Karten aus Sets wie Neo Genesis, EX Delta Species oder Triumphant — Karten, die selten den Besitzer wechseln.
Bei solchen Karten bildet der Trend nur wenige Verkäufe ab. Ein einzelnes besonders gut erhaltenes Exemplar kann den Wert vervielfachen, ein abgegriffenes ihn halbieren. Mit dem tatsächlichen Wert hat das wenig zu tun.
Wie stark das eine Statistik verzerrt, zeigt der Durchschnitt: Er lag im Oktober bei plus 6,4 Prozent — obwohl 57 Prozent aller Karten billiger wurden. Der Median von minus 3,3 Prozent beschreibt den Markt deshalb deutlich besser.
Was das praktisch heißt
Für Sammler: Ein Monat mit leicht sinkenden Preisen ist kein Grund zur Sorge. Wer vor allem ältere Karten oder versiegelte Produkte hält, dürfte kaum Veränderungen sehen; wer viele Karten aus neuen Sets besitzt, eher einen Rückgang.
Für Käufer: Wer 30th Celebration haben will, hat im Oktober deutlich niedrigere Preise gesehen als zum Release. Mit den Wellen im November und Dezember kommt weitere Ware in den Handel. Eine Prognose lässt sich daraus nicht ableiten — der Blick auf die früheren Jubiläen in Lohnt sich das Warten? hilft aber bei der Einordnung. Wer auf einen bestimmten Preis wartet, muss nicht täglich nachsehen: Ein Preisalarm für Cardmarket-Preise meldet sich, sobald er erreicht ist.
Für Verkäufer: Bei teuren Karten lohnt der Blick auf den Verlauf statt auf den Tagespreis, und auf die aktuellen Angebote in Sprache und Zustand der eigenen Karte — wie das geht, steht in Cardmarket niedrigster Preis. Was beim Verkauf sonst noch zählt, steht in Pokémon-Karten verkaufen.
Was der Report nicht sagt: nichts über einzelne Karten, nichts über die kommenden Monate und nichts darüber, ob Sammelkarten eine sinnvolle Geldanlage sind. Er beschreibt, was im Oktober messbar passiert ist.
Denselben Blick auf die eigene Sammlung
Dieser Report entsteht aus derselben Datenbasis, die jedem Konto zur Verfügung steht: Preise je Karte und Produkt, täglich aktualisiert, mit Verlauf über die Zeit.
Der Unterschied zum Report ist der Zuschnitt: Hier siehst du den Markt insgesamt, im Tool deine Karten und Produkte — mit Gesamtwert, Verlauf und der Entwicklung je Position, bewertet nach Einstiegspreis in Sprache und Zustand deiner Karten. Wie du deine Sammlung erfasst, steht in Pokémon-Karten Wert ermitteln; wie daraus ein dauerhaftes Bild wird, in Sammelkarten-Portfolio tracken.
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Steigen oder fallen Pokémon-Karten gerade?
Im Oktober 2026 gaben sie leicht nach: Die mittlere Karte verlor 3,3 Prozent, 57 Prozent aller Karten wurden billiger. Versiegelte Produkte blieben im Mittel praktisch unverändert. Am stärksten fielen Karten ab 100 Euro und Karten aus neuen Sets.
Wie stark ist 30th Celebration seit dem Release gefallen?
Von den verfolgten Einzelkarten aus 30th Celebration wurden seit dem 18. September 89 von 92 billiger, im Mittel um 61 Prozent. Die Elite Trainer Box fiel im Cardmarket-Trend von 165,65 Euro am Release-Tag auf 124,73 Euro Ende Oktober.
Warum fallen neue Sets nach dem Release?
Die Preisdaten zeigen den Rückgang, nicht den Grund. Naheliegend ist, dass mit jeder Welle und jeder Nachlieferung mehr Ware in den Handel kommt und geöffnete Packungen Einzelkarten in Umlauf bringen. Bei den bisherigen Jubiläen fielen die Preise in den Monaten nach dem Release ebenfalls deutlich.
Sind versiegelte Produkte stabiler als Einzelkarten?
Im Oktober ja: Das mittlere versiegelte Produkt blieb praktisch unverändert, 72 Prozent der Produkte bewegten sich um weniger als zehn Prozent. Die Einzelkarten verloren im Mittel 3,3 Prozent. Die große Ausnahme waren die Produkte aus 30th Celebration.
Warum Median statt Durchschnitt?
Weil einzelne selten gehandelte Karten sich vervielfacht haben. Der Durchschnitt lag im Oktober bei plus 6,4 Prozent, obwohl 57 Prozent aller Karten billiger wurden. Der Median beschreibt die mittlere Karte und bleibt von solchen Ausreißern unberührt.
Lässt sich daraus ableiten, wie es weitergeht?
Nein. Ein Monat ist eine Momentaufnahme, und dieser Report enthält bewusst keine Prognose. Sammelkarten sind keine regulierten Finanzprodukte; ihr Wert kann schwanken und auch sinken.
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