Cardmarket Gebühren: Was netto übrig bleibt
Die Verkaufsprovision liegt bei Karten bei 5 % des Verkaufspreises – das ist der Teil, den jeder kennt. Der Teil, der kleine Verkäufe tatsächlich unrentabel macht, ist ein anderer: falsch kalkulierter Versand. Bei einer 5-Euro-Karte kostet ein um 70 Cent zu niedrig angesetztes Porto fast das Dreifache der Provision. Dieser Artikel zeigt den vollständigen Rechenweg vom Verkaufspreis bis zu dem, was am Ende bei dir bleibt.
Stand der Angaben: geprüft am 29. Juli 2026. Gebührenmodelle ändern sich – die verbindliche und aktuelle Übersicht steht bei Cardmarket unter „Preise und Gebühren". Dieser Artikel erklärt den Rechenweg; die exakten Sätze prüfst du im Zweifel dort.
Das Wichtigste in Kürze
| Posten | Worum es geht |
|---|---|
| Verkaufsprovision | 5 % des Verkaufspreises bei Einzelkarten – trägt allein der Verkäufer; bei versiegelten Produkten kann der Satz abweichen |
| Registrierung und Angebote | Kostenlos – für das Einstellen selbst zahlst du nichts |
| Zahlungsabwicklung | Je nach genutztem Zahlungsweg können Kosten entstehen |
| Währungsumrechnung | Fällt an, wenn in einer anderen Währung als der deines Kontos abgerechnet wird |
| Versand | Legst du selbst fest – hier entstehen die größten Verluste |
| Verpackung | Toploader, Hülle, Umschlag: taucht in keiner Abrechnung auf, kostet aber Geld |
| Faustregel | Bei kleinen Verkäufen entscheidet der Versand über die Marge, nicht die Provision |
Die Verkaufsprovision
Für verkaufte Einzelkarten fallen 5 % des Verkaufspreises an. Die Rechnung ist unspektakulär: Bei 20 Euro sind das 1 Euro, bei 250 Euro 12,50 Euro. Für versiegelte Produkte gilt ein leicht abweichender Satz – wer regelmäßig Displays und Boxen verkauft, sollte den aktuellen Wert in der Gebührenübersicht nachsehen.
Wichtig für die Einordnung: Diese Provision trägt allein der Verkäufer. Als Käufer zahlst du keine Provision – für dich bestehen die Kosten aus dem Artikelpreis und dem Versand, den der Verkäufer festlegt. Wer also überlegt, ob Kaufen über die Plattform teurer ist als anderswo: Ein Aufschlag auf der Käuferseite existiert nicht.
Was nichts kostet: die Registrierung, das Einstellen von Angeboten und das Pflegen des Lagers. Es gibt keine Einstellgebühr und keine Grundgebühr für private Verkäufer. Du zahlst erst, wenn etwas verkauft ist.
Damit unterscheidet sich das Modell deutlich von Auktionsplattformen, bei denen schon das Anbieten Geld kosten kann. Für Sammler, die unregelmäßig ein paar Karten abgeben, ist das der angenehmere Weg.
Was sonst noch abgehen kann
Neben der Provision gibt es Posten, die je nach Situation greifen und die in keiner einzelnen Prozentzahl zusammenzufassen sind.
Die Zahlungsabwicklung hängt vom gewählten Zahlungsweg ab. Wer den Treuhandservice der Plattform nutzt, hat eine andere Kostenstruktur als bei direkter Überweisung.
Die Währungsumrechnung betrifft alle, die Käufer außerhalb des Euroraums bedienen oder deren Konto in einer anderen Währung geführt wird. Der Umrechnungsaufschlag wirkt still: Er steht nicht als eigene Zeile im Kopf, sondern versteckt sich im Betrag, der ankommt.
Und schließlich gibt es ein optionales Verkäufer-Abo für Vielverkäufer mit zusätzlichen Funktionen. Für gelegentliche Verkäufe lohnt es nicht, für gewerbliche Mengen kann es sich rechnen.
💡 Gut zu wissen: Genau weil diese Posten unterschiedlich greifen, führt eine einzelne Prozentzahl in die Irre. Aussagekräftig ist nur der Vergleich: Was ist eingegangen, und was ist tatsächlich bei dir angekommen? Diese Differenz solltest du pro Verkauf festhalten.
Der Rechenweg zum Nettoerlös
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| 1. Einnahmen | Verkaufspreis der Karten + vereinnahmte Versandkosten |
| 2. Provision abziehen | 5 % des Verkaufspreises der Karten |
| 3. Tatsächliches Porto abziehen | Was du wirklich an die Post gezahlt hast |
| 4. Verpackung abziehen | Umschlag, Toploader, Hülle, ggf. Sendungsverfolgung |
| 5. Nettoerlös | Was am Ende bei dir bleibt |
| 6. Ergebnis | Nettoerlös minus Einkaufspreis der Karte |
Schritt 6 ist der, den die meisten überspringen. Ein Verkauf mit 40 Euro Nettoerlös ist kein Gewinn von 40 Euro – er ist ein Gewinn von 40 Euro minus dem, was die Karte dich gekostet hat. Ohne dokumentierten Einkaufspreis lässt sich das schlicht nicht sagen.
Versand: der unterschätzte Posten
Hier liegt der eigentliche Hebel. Nehmen wir eine Karte für 5,00 Euro, bei der du 1,50 Euro Versand berechnest, während Porto und Verpackung dich real 2,20 Euro kosten.
Die Provision beträgt 25 Cent. Der Verlust beim Versand beträgt 70 Cent – also fast das Dreifache. Eingenommen hast du 6,50 Euro, abgegangen sind 0,25 Euro Provision und 2,20 Euro echte Versandkosten. Es bleiben 4,05 Euro, gemessen am Kartenpreis von 5 Euro also rund 19 % weniger.
Über dreißig kleine Verkäufe summiert sich der Versandverlust auf 21 Euro, während die Provisionen zusammen bei 7,50 Euro liegen. Wer das Gefühl hat, dass sich der Aufwand nicht lohnt, hat meist nicht die Plattform als Problem, sondern die eigene Portokalkulation.
Zwei praktische Konsequenzen. Erstens: Porto und Verpackung einmal ehrlich ausrechnen und die Versandoptionen entsprechend setzen. Zweitens: Kleinstbeträge bündeln, statt sie einzeln zu verschicken – dieselbe Sendung mit fünf Karten statt einer verteilt die Fixkosten auf das Fünffache an Wert.
Drei Rechenbeispiele
| Verkauf | Provision | Versand real | Netto | Anteil am Kartenpreis |
|---|---|---|---|---|
| 1 Karte 5 €, 1,50 € Versand berechnet | 0,25 € | 2,20 € | 4,05 € | 81 % |
| 5 Karten 60 €, 2,50 € Versand berechnet | 3,00 € | 3,20 € | 56,30 € | 94 % |
| 1 Karte 250 €, 6 € Versand berechnet | 12,50 € | 6,50 € | 237,00 € | 95 % |
Das Muster ist eindeutig: Je kleiner der Verkauf, desto stärker fressen die Fixkosten die Marge. Bei 250 Euro bleiben 95 % übrig, bei 5 Euro nur 81 % – und das, obwohl die Provision prozentual in beiden Fällen identisch ist.
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Verkäufe sauber festhalten
In TCGPriceTracker legst du einen Verkauf mit Erlös, Einstand, Gebühren, Versand und Steuer an; daraus entsteht das realisierte Ergebnis. Damit beantwortest du die Frage aus Schritt 6 automatisch, statt sie im Kopf zu überschlagen.
Der Nutzen zeigt sich erst über mehrere Verkäufe. Wer zwanzig Vorgänge mit echten Zahlen erfasst hat, sieht schwarz auf weiß, ab welchem Kartenwert sich der Einzelversand für ihn lohnt – das ist eine Erkenntnis, die keine Faustregel aus dem Internet liefern kann, weil sie von deinem Porto und deiner Verpackung abhängt.
Für die Weitergabe gibt es den Verkaufsbeleg als PDF, der einen Vorgang mit allen Positionen dokumentiert; er ist in jedem bezahlten Konto enthalten. Warum sich das über den reinen Überblick hinaus lohnt, steht im Artikel Sammelkarten verkaufen: Steuern und Unterlagen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Verkaufsprovision?
Bei Einzelkarten 5 % des Verkaufspreises. Für versiegelte Produkte gilt ein leicht abweichender Satz. Die verbindliche und aktuelle Übersicht steht in der Gebührenseite von Cardmarket – Gebührenmodelle können sich ändern.
Kostet das Einstellen von Angeboten etwas?
Nein. Registrierung, Kauf und das Einstellen von Angeboten sind kostenlos. Die Provision fällt erst an, wenn tatsächlich verkauft wurde.
Warum lohnen sich günstige Karten kaum?
Weil Porto und Verpackung Fixkosten sind. Bei einer 5-Euro-Karte beträgt die Provision 25 Cent, ein um 70 Cent zu niedrig kalkulierter Versand kostet dagegen fast das Dreifache. Von 6,50 Euro Einnahmen bleiben so 4,05 Euro – 19 % unter dem Kartenpreis.
Was kann ich dagegen tun?
Porto und Verpackung einmal ehrlich durchrechnen und die Versandoptionen danach setzen, statt sie zu schätzen. Und Kleinstbeträge bündeln: Eine Sendung mit fünf Karten verteilt dieselben Fixkosten auf den fünffachen Wert.
Fallen Gebühren bei Verkäufen ins Ausland an?
Zusätzlich zur Provision kann eine Währungsumrechnung greifen, wenn nicht in der Währung deines Kontos abgerechnet wird. Dieser Aufschlag steht nicht als eigene Zeile im Verkauf, sondern zeigt sich im Betrag, der bei dir ankommt.
Rechnet TCGPriceTracker die Gebühren automatisch aus?
Nein, die Beträge trägst du beim Anlegen eines Verkaufs ein – Erlös, Einstand, Gebühren, Versand und Steuer. Das Tool berechnet daraus das realisierte Ergebnis und hält es dauerhaft fest, sodass du über mehrere Verkäufe hinweg siehst, ab welchem Kartenwert sich der Aufwand für dich lohnt.
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