Kartenzustand und Preis: Was kosten Near Mint, Excellent und Played?
Dass eine gespielte Karte weniger wert ist als eine makellose, weiß jeder. Aber wie viel weniger? Und lohnt sich der Aufpreis von Excellent zu Near Mint überhaupt? Wir haben für Pokémon-Einzelkarten ausgewertet, was eine Karte in jedem Zustand bei Cardmarket mindestens kostet — und das mit dem Cardmarket-Trend derselben Karte verglichen. Zwei Ergebnisse überraschen.
Das Ergebnis auf einen Blick
Die Tabelle zeigt, wo der Markt für eine Karte in jedem Zustand beginnt — gemessen am Cardmarket-Trend derselben Karte.
| Zustand | Einstiegspreis gegenüber Trend (Median) | Unter dem Trend |
|---|---|---|
| Mint | +40 % | bei 19 % der Karten |
| Near Mint | −18 % | bei 80 % der Karten |
| Excellent | −17 % | bei 70 % der Karten |
| Good | −42 % | bei 84 % der Karten |
| Light Played | −58 % | bei 95 % der Karten |
| Played | −71 % | bei 90 % der Karten |
| Poor | −77 % | bei allen Karten |
Die zwei Überraschungen: Schon Near Mint ist im Mittel deutlich unter dem Trend zu haben — und Excellent kostet kaum weniger als Near Mint. Erst ab Good wird es spürbar günstiger, ab Light Played sehr deutlich.
Die Zustandsskala bei Cardmarket
Cardmarket unterscheidet sieben Zustände. Verkäufer wählen ihn selbst, Käufer können ihn nach dem Kauf beanstanden.
| Kürzel | Zustand | Bedeutung |
|---|---|---|
| MT | Mint | Makellos, wie frisch aus dem Booster |
| NM | Near Mint | Nahezu makellos, allenfalls minimale Spuren bei genauem Hinsehen |
| EX | Excellent | Auf den ersten Blick nicht perfekt, etwa nach ein paar Spielen ohne Hülle; nur leichte Mängel wie weiße Stellen an Ecken und Rand |
| GD | Good | Starke Gebrauchsspuren rundum, oft Kratzer, aber keine Knicke oder Wasserschäden |
| LP | Light Played | Lange ohne Hülle gespielt, kann deutlich mitgenommen aussehen; in der Hülle aber zweifelsfrei turniertauglich |
| PL | Played | Stark gespielt, mehrere deutliche Mängel |
| PO | Poor | Schwere Schäden: Knicke, Risse, Wasserflecken, Beschriftung |
Die Stufen Excellent und Good sind eine Besonderheit der europäischen Skala; andere Marktplätze arbeiten teils mit weniger Stufen. Vorsicht bei US-Begriffen: Was in US-Shops „Lightly Played" heißt, entspricht bei Cardmarket meist Excellent, nicht Light Played. Wie du den Zustand deiner Karte einschätzt, steht in Pokémon-Karten Wert ermitteln. Alle Begriffe findest du im TCG-Glossar.
So haben wir verglichen
- Einstiegspreis je Zustand: statt eines einzelnen Tiefstpreises das Mittel der bis zu drei günstigsten Angebote bei Cardmarket in der Sprache der Karte, in derselben Variante und ohne Versand.
- „Dieser Zustand oder besser": So filtert Cardmarket, und so haben wir auch gerechnet. Für Good zählen also alle Angebote in Good, Excellent, Near Mint und Mint. Das entspricht der Lage eines Verkäufers: Ein Good-Exemplar konkurriert mit jedem besseren Angebot zum gleichen Preis.
- Vergleichswert: der Cardmarket-Trend derselben Karte. Er ist nicht nach Zustand getrennt und eignet sich deshalb als gemeinsamer Maßstab.
- Welche Karten: Pokémon-Einzelkarten, die Nutzer in TCGPriceTracker in dem jeweiligen Zustand eingetragen haben, mit einem Trend ab 1 Euro.
- Median statt Durchschnitt, damit einzelne extreme Karten das Ergebnis nicht verschieben.
- Stichtag: 21. Oktober 2026.
Wichtig: Verglichen wurden Angebote, also das, was Verkäufer verlangen — keine abgeschlossenen Verkäufe. Der Wert zeigt, was du für ein Exemplar in diesem Zustand mindestens zahlen musst und gegen welche Preise du beim Verkauf antrittst.
Die Zustände im Einzelnen
Mint: deutlich über dem Trend. Wer ausdrücklich Mint verlangt, zahlt im Median 40 Prozent mehr als den Trend. Naheliegend: Viele Verkäufer stufen auch einwandfreie Karten vorsichtshalber als Near Mint ein, wer ausdrücklich Mint anbietet, verlangt entsprechend mehr. Für wirklich makellose Karten kann sich eher ein Blick auf Grading lohnen.
Near Mint: schon unter dem Trend. Die drei günstigsten Near-Mint-Angebote lagen im Median 18 Prozent unter dem Trend, bei vier von fünf Karten darunter. Der Trend ist also keine Untergrenze. Naheliegende Gründe: Er wird aus Verkäufen gebildet, und Käufer nehmen nicht immer das billigste Angebot, etwa wegen Versand, Bewertung oder Herkunft des Verkäufers. Außerdem mischt er alle Sprachen.
Excellent: fast wie Near Mint. Im Median 17 Prozent unter dem Trend und damit kaum anders als Near Mint. Warum, zeigt der nächste Abschnitt.
Good: der erste große Schritt. Im Median 42 Prozent unter dem Trend. Hier beginnen Abschläge, die beim Kauf wirklich etwas ausmachen.
Light Played und Played: mehr als die Hälfte weniger. Light Played lag im Median 58 Prozent unter dem Trend, Played 71 Prozent. Bei neun von zehn Karten oder mehr lag der Einstieg in diesen Zuständen unter dem Trend.
Poor: Rest-Wert. Rund drei Viertel unter dem Trend. Für Poor gab es nur wenige Werte, die Zahl ist deshalb nur eine grobe Richtung.
Die Werte sind Mediane. Von Karte zu Karte schwanken die Abschläge erheblich: Bei manchen Karten liegt Excellent gleichauf mit Near Mint, bei anderen deutlich darunter. Für eine konkrete Karte hilft nur der Blick auf ihre Angebote.
Excellent gegen Near Mint: kaum ein Unterschied
Am genauesten wird der Vergleich, wenn man dieselbe Karte in derselben Sprache betrachtet und nur den Zustand ändert. Das geht überall dort, wo Nutzer eine Karte in mehreren Zuständen eingetragen haben:
| Zustand (oder besser) | gegenüber Near Mint (Median) |
|---|---|
| Mint | +60 % |
| Excellent | −3 % |
Wer statt Near Mint auch Excellent akzeptiert, spart im Median also nur rund 3 Prozent. Bei mehr als einem Drittel dieser Karten war der Einstiegspreis sogar exakt gleich: Die drei günstigsten Angebote in „Excellent oder besser" waren ohnehin Near-Mint-Exemplare. Bei vielen anderen Karten lag dagegen ein Excellent-Exemplar vorn: Bei knapp einem Drittel sparte Excellent mehr als 10 Prozent. Der Blick auf die konkrete Karte lohnt sich also.
Für Verkäufer heißt das: Eine Karte in Excellent tritt direkt gegen Near-Mint-Angebote zum gleichen Preis an. Wer sie über dem günstigsten Near-Mint-Angebot einstellt, wartet meist vergeblich.
Und bei Magic?
Für Magic-Karten fielen die Abschläge für gespielte Zustände in unseren Daten deutlich kleiner aus als bei Pokémon. Eine naheliegende Erklärung: Viele Magic-Karten werden zum Spielen gekauft, und im Sleeve auf dem Spieltisch zählt der Zustand weniger. Die Basis für gespielte Magic-Karten ist allerdings klein, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. Mehr zu Magic-Preisen steht in Magic-Karten Preise tracken.
Was das für dich heißt
Beim Verkaufen: Den Trend nicht als Preis für eine gespielte Karte nehmen. Eine Light-Played-Karte zum Trend einzustellen heißt, mehr als das Doppelte des Einstiegs zu verlangen. Den Zustand ehrlich angeben: Eine zu gut eingestufte Karte kostet Bewertungen und Rückabwicklungen — mehr dazu in Die 9 häufigsten Fehler beim Kartenverkauf.
Beim Kaufen: Excellent statt Near Mint spart im Mittel wenig. Wer Karten für den Binder oder zum Spielen sucht, spart ab Good spürbar und ab Light Played deutlich. Bei gespielten Karten auf Fotos achten und im Zweifel nachfragen — siehe Sammelkarten sicher kaufen.
Beim Bewerten deiner Sammlung: Der Trend kennt keinen Zustand. Für eine Sammlung mit vielen gespielten Karten zeigt er deutlich mehr Wert, als die Exemplare bringen würden. Was der Trend sonst noch nicht unterscheidet und wie du den niedrigsten Preis für genau deine Karte findest, erklärt Cardmarket niedrigster Preis. Wie stark die Sprache den Preis verschiebt, zeigt Welche Sprache ist mehr wert?.
Deine Sammlung nach Zustand bewerten
TCGPriceTracker bewertet deinen Bestand standardmäßig nach dem Einstiegspreis; unter Bewertung im Konto kannst du auf den Trend umstellen. Mit dem Einstiegspreis wird jede Karte mit dem Mittel der bis zu drei günstigsten passenden Angebote bewertet — in ihrer Sprache, in ihrem Zustand oder besser und in ihrer Variante. Genau die Werte, auf denen diese Auswertung beruht. Gibt es für eine Karte keinen aktuellen Einstiegspreis, rechnet das Tool mit dem Trend weiter und zeigt das an.
Für gegradete Karten gibt es ein eigenes Feld für deinen Wert, das in jeder Bewertung Vorrang hat.
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Wie viel weniger ist eine Karte in Excellent wert als in Near Mint?
Meist wenig. Bei derselben Karte in derselben Sprache lag der Einstiegspreis für Excellent oder besser im Median nur rund 3 Prozent unter dem für Near Mint oder besser. Oft waren die günstigsten Angebote ohnehin Near-Mint-Exemplare.
Was bedeutet Light Played bei Cardmarket?
Light Played ist die fünfte von sieben Stufen der Cardmarket-Skala und liegt damit unter Good: Die Karte wurde lange ohne Hülle gespielt und kann deutlich mitgenommen aussehen, ist in der Hülle aber zweifelsfrei turniertauglich. In unserer Auswertung lag der Einstiegspreis für Light Played oder besser im Median knapp 60 Prozent unter dem Trend.
Gilt der Cardmarket-Trend für jeden Zustand?
Der Trend ist nicht nach Zustand getrennt. Er gilt für die Produktseite als Ganzes. Für eine gespielte Karte liegt er deshalb meist deutlich über dem, was Exemplare in diesem Zustand kosten.
Lohnt es sich, Karten in Good oder Light Played zu kaufen?
Für den Binder oder zum Spielen oft ja: Der Einstieg lag bei Good rund 40 Prozent, bei Light Played knapp 60 Prozent unter dem Trend. Wer später verkaufen will, sollte wissen, dass sich gespielte Karten ebenfalls nur mit Abschlag verkaufen lassen.
Kann ich meine Sammlung nach dem Zustand der Karten bewerten lassen?
Ja. TCGPriceTracker bewertet deinen Bestand standardmäßig nach dem Einstiegspreis. Er berücksichtigt Sprache, Zustand und Variante jeder Karte. Gibt es keinen aktuellen Wert, rechnet das Tool mit dem Trend weiter.
Was ist deine Sammlung in ihrem Zustand wert?
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