PSA gradet jetzt in Deutschland: was sich ändert
Für europäische Sammler bedeutete PSA bisher: Karte über den Atlantik schicken, Zoll zahlen, monatelang warten. Seit August 2026 bewertet PSA in Frankfurt am Main – im ersten Vollservice-Zentrum auf dem europäischen Festland. Der Haken: Einsenden dürfen bislang nur autorisierte Händler und Partner. Dieser Artikel ordnet ein, was gesichert ist, was noch offen bleibt und was sich für dich konkret ändert.
Stand der Angaben: geprüft am 13. August 2026. Der Aufbau von PSA Europe läuft gerade – Zugang, Preise und Laufzeiten können sich kurzfristig ändern. Verbindlich ist immer die Auskunft von PSA selbst.
Das Wichtigste in Kürze
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wo? | Frankfurt am Main – erstes Vollservice-Grading-Zentrum von PSA auf dem europäischen Festland |
| Seit wann? | Einsendungen seit Juli 2026, Bewertung vor Ort seit August 2026 |
| Wer darf einsenden? | Bislang nur autorisierte PSA-Händler und Partner aus Kontinentaleuropa und Irland |
| Und Privatsammler? | Voller Zugang ist für später in diesem Jahr angekündigt – bis dahin führt der Weg über eine Zwischenstelle |
| Welche Karten? | Sportkarten und TCG, darunter Pokémon und Yu-Gi-Oh! |
| Was kostet es? | Eine offizielle europäische Preisliste gibt es noch nicht |
| Warum lohnt es sich? | Kein Transport über den Atlantik – damit entfallen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer auf dem Rückweg |
| Wie groß ist das? | Rund 100 Beschäftigte in Frankfurt, erste Stufe einer Investition von 200 Millionen US-Dollar |
Der Stand im August 2026
PSA hat in Frankfurt am Main kein Annahmebüro eröffnet, sondern ein vollwertiges Bewertungszentrum. Der Unterschied ist wesentlich: Karten werden dort tatsächlich geprüft, bewertet und eingeschweißt, statt nur gesammelt und weitergeschickt.
Der Ablauf bisher: Im Juli 2026 begann die Annahme von Einsendungen autorisierter PSA-Händler und Partner aus Kontinentaleuropa und Irland. Im August 2026 startete die Bewertung vor Ort für diese ersten Partner. Der volle Start für alle ist für später in diesem Jahr angekündigt – ausdrücklich unter dem Vorbehalt, dass der Betrieb stabil läuft.
Die Größenordnung zeigt, dass es kein Versuchsballon ist. PSA hat in Frankfurt rund 100 Beschäftigte eingestellt – Grader, Research-Spezialisten, Sicherheit und Betriebsleitung, dazu Verwaltung, Marketing, Finanzen und IT. Erfahrene Grader aus anderen PSA-Standorten sind nach Europa gezogen, damit die Bewertung von Anfang an denselben Maßstab hat wie in den USA. Das Zentrum ist die erste Stufe einer angekündigten Investition von 200 Millionen US-Dollar in weltweite Kapazität.
Frankfurt wurde wegen der Verkehrsanbindung gewählt – als zentraler Knoten mit Anschluss in ganz Europa. Geleitet wird PSA Europe von Matthias Peuckert, zuvor bei Amazon EU und DocMorris.
Der größte Gewinn: der Zoll fällt weg
Die Kostenersparnis, über die am wenigsten gesprochen wird, ist zugleich die verlässlichste. Wer bisher nach Kalifornien einsendete, hatte nicht nur den Versand zu zahlen, sondern auch die Einfuhrabgaben auf dem Rückweg: Die gegradete Karte kommt aus einem Drittland zurück und wird dabei erneut verzollt.
Wie das ins Geld geht, rechnen wir im Artikel Japanische Karten importieren im Detail vor – dort geht es um Bestellungen aus Japan, der Mechanismus ist beim Rückversand aus den USA derselbe: 19 % Einfuhrumsatzsteuer, oberhalb von 150 Euro Warenwert zusätzlich Zoll, dazu die Auslagenpauschale des Transportdienstleisters.
Bei einer Bewertung innerhalb der EU entfällt dieser gesamte Block. Keine Zollanmeldung, keine Einfuhrumsatzsteuer, keine Bearbeitungsgebühr des Zustellers, kein Risiko, dass eine wertvolle Karte beim Zoll liegen bleibt.
💡 Gut zu wissen: Der Wegfall betrifft nur den Weg. Die Bewertungsgebühr selbst wird dadurch nicht automatisch günstiger – eine europäische Preisliste hat PSA bisher nicht veröffentlicht.
Wer schon einsenden darf
Hier liegt die entscheidende Einschränkung. Frankfurt nimmt derzeit Einsendungen von autorisierten PSA-Händlern und Partnern entgegen, nicht von Privatpersonen. Wer als Sammler direkt eine Karte hinschicken möchte, kann das aktuell nicht.
Damit bleiben zwei Wege. Entweder weiterhin in die USA einsenden, mit allem, was daran hängt – dazu kommt derzeit die Rückstau-Situation, die wir im Artikel PSA-Rückstau aufschlüsseln. Oder über eine Zwischenstelle, die als Partner einliefern darf und Sammlungen bündelt.
Genau das ist der Grund, warum Zwischenstellen gerade jetzt an Bedeutung gewinnen und nicht verlieren: Sie sind bis zum vollen Start der einzige Weg zu einer Bewertung in Europa. Sobald PSA für alle öffnet, dreht sich das wieder.
Transparenzhinweis: S.L.A.P ist Partner von TCGPriceTracker und einer der Wege, über die Privatsammler derzeit PSA-Einsendungen in Europa aufgeben können. Nach der Anmeldung findest du in deinem Konto einen Rabattcode über 5 %. Bei Einsendungen über diesen Code erhalten wir eine Provision – auf die Einordnung in diesem Artikel wirkt sich das nicht aus.
Was du beim Vergleich von Zwischenstellen ansehen solltest: den Preis je Karte einschließlich Rückversand, die angegebene Bearbeitungszeit und ob Karten gebündelt eingeliefert werden. Die konkreten Kosten und die Frage, ab welchem Kartenwert sich das überhaupt rechnet, stehen in Lohnt sich Grading?.
Was sich sonst ändert
Kürzere Wege. Der Hin- und Rückflug über den Atlantik entfällt. Allein die Logistik dazwischen kostet nach Einschätzung von Branchenbeobachtern mehrere Wochen – Zeit, die eine europäische Bewertung einspart, unabhängig davon, wie lange die eigentliche Prüfung dauert.
Weniger Transportrisiko. Jede zusätzliche Etappe ist eine Gelegenheit für Verlust oder Beschädigung. Ein Weg innerhalb der EU ist kürzer, günstiger zu versichern und leichter nachzuverfolgen.
Niedrigere Versandkosten. Der internationale Versand mit Versicherung ist bei hochwertigen Karten ein spürbarer Posten. Innereuropäisch fällt er deutlich kleiner aus.
Mehr Kapazität im System. Frankfurt bewertet zusätzlich zu den bestehenden Standorten. Für den weltweiten Rückstau ist das eine Entlastung – wie stark, wird sich zeigen.
Was noch offen ist
Ehrlichkeit gehört dazu: Ein großer Teil dessen, was aktuell über PSA Europe kursiert, ist nicht bestätigt.
Es gibt keine offizielle europäische Preisliste. In der Szene kursieren Annahmen, die Preise würden sich an den US-Sätzen orientieren – bestätigt ist das nicht. Ebenso wenig bestätigt sind Angaben zu Mindestvolumen für Partner oder ein genaues Datum für den öffentlichen Start. Solche Zahlen stammen bislang aus einer einzelnen, PSA nicht zurechenbaren Quelle.
Auch die Laufzeiten in Frankfurt sind noch nicht belastbar. Ein Zentrum, das seit wenigen Wochen bewertet, hat schlicht noch keine verlässliche Statistik. Wer heute plant, sollte mit den bekannten PSA-Laufzeiten rechnen und nicht mit Hoffnungswerten.
Gegradete Karten richtig erfassen
Wer einsendet, sollte die Karte im Portfolio nicht aus den Augen verlieren. In TCGPriceTracker hinterlegst du je Position Bewertungsstelle und Note, dazu wie gewohnt Kaufdatum, Kaufpreis und Menge.
Ein Punkt ist dabei wichtig für die Bewertung: Der angezeigte Wert stammt vom Trend-Preis der verlinkten Cardmarket-Produktseite und bildet damit die ungegradete Karte ab. Eine PSA 10 kann er nicht abbilden. Für gegradete Karten trägst du deshalb einen eigenen Wert je Position ein – dafür gibt es das Feld für den manuellen Wert, das Vorrang vor dem Trend-Preis hat.
Und die Kosten gehören auf die Investitionsseite: Bewertungsgebühr, Versand und – solange noch in die USA eingesendet wird – die Einfuhrabgaben erhöhen deinen Einstand. Wer nur den ursprünglichen Kaufpreis stehen lässt, rechnet seine Rendite systematisch zu gut.
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Weiterlesen: Lohnt sich Grading? · PSA-Rückstau · Japanische Karten importieren
Häufige Fragen
Kann ich als Privatsammler nach Frankfurt einsenden?
Derzeit nicht. Frankfurt nimmt Einsendungen autorisierter PSA-Händler und Partner aus Kontinentaleuropa und Irland an. Voller Zugang für alle ist für später in diesem Jahr angekündigt. Bis dahin führt der Weg entweder über eine Zwischenstelle oder weiterhin in die USA.
Wird Grading dadurch günstiger?
Der Weg wird günstiger, weil Zoll und Einfuhrumsatzsteuer auf dem Rückversand entfallen und der Versand innerhalb Europas weniger kostet. Ob auch die Bewertungsgebühr sinkt, ist offen – eine europäische Preisliste hat PSA bisher nicht veröffentlicht.
Welche Karten nimmt Frankfurt an?
Zum Start Sportkarten und Sammelkartenspiele, darunter Pokémon und Yu-Gi-Oh!. Ob und wann weitere Kategorien dazukommen, hat PSA nicht angekündigt.
Wie lange dauert eine Bewertung in Frankfurt?
Dazu gibt es noch keine belastbaren Zahlen – das Zentrum bewertet erst seit August. Wer plant, sollte mit den bekannten PSA-Laufzeiten rechnen. Sicher ist nur, dass die Transportzeit über den Atlantik entfällt.
Ändert das etwas am weltweiten Rückstau bei PSA?
Frankfurt schafft zusätzliche Kapazität, und die Investition von 200 Millionen US-Dollar zielt genau darauf. Wie stark das den bestehenden Rückstau abbaut, lässt sich noch nicht sagen. Den aktuellen Stand dazu haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.
Wie halte ich eine gegradete Karte im Portfolio fest?
Bewertungsstelle und Note werden je Position erfasst. Weil der Trend-Preis die ungegradete Karte abbildet, trägst du für gegradete Exemplare einen eigenen Wert ein; dieser hat Vorrang. Die Bewertungs- und Versandkosten gehören zum Kaufpreis, sonst stimmt die Rendite nicht.
Sammlung im Blick behalten – gegradet oder nicht
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